Gemeindebrief Dezember 2017 - Februar 2018

 

Liebe Gemeindemitglieder,

„...über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.“

Die Advents- und Weihnachtszeit spricht in jedem Jahr eine tiefe Sehnsucht in unserem Leben an: Die Sehnsucht nach Freude, nach Frieden und Glück, nach einem sinnvollen Dasein.

Sie ist eine innere Kraft, die uns leben lässt.

Würden wir ihr keinen Raum mehr geben, würden wir aufhören zu leben. Unsere Sehnsucht zielt nicht ins Leere. Sie kann Erfüllung finden, nicht nur an Weihnachten.

Die Verkündigung der Heiligen Nacht erinnert an das Wort des Propheten Jesaja: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.“ Zunächst spricht der Prophet mit diesem Wort das auserwählte Volk Israel an in einer Zeit, in der Israel in der Fremde lebt. Die Sehnsucht nach der Heimkehr, nach der Heimat aber ist nicht verloren gegangen.

Das Wort des Propheten aber ist auch in unsere Zeit und in unser Leben hineingesprochen. Auch wir erfahren unsere Welt und oft auch unser Leben mit vielen Dunkelheiten. Menschenverachtender Terror, sinnlose Gewalt, mangelnde Dialogbereitschaft füllen die Schlagzeilen der Medien, Alleinsein, zerbrochene Beziehungen, menschliche Enttäuschungen, Einsamkeit, Krankheit, Leid begleiten eher im Stillen das Leben vieler Menschen auch in unserer Gemeinde.

Weihnachten ist die Antwort Gottes auf dieses Dunkel und die Fragen, die uns bedrängen. Gott gibt diese Antwort nicht in klugen Erklärungen, erst recht nicht, indem er das Dunkel und das Böse mit Gewalt vertreibt, sondern in Jesus, der selbst Mensch wird und dieses Leben mit uns Menschen teilt. Er lässt sich auf unsere Welt und unser Leben ein und teilt mit uns das Leben. Er lädt uns ein, im Glauben an ihn unser Menschsein zu verstehen und zu leben. So können wir erfahren, dass unsere Sehnsucht nach Freude, Frieden, Glück nicht ins Leere geht, sondern eine Antwort findet.

So wünsche ich Ihnen und allen die zu Ihrer Familie gehören zu Beginn des neuen Kirchenjahres eine besinnliche Vorbereitung auf das Fest der Menschwerdung Gottes.

Ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes, zufriedenes Jahr 2018.

 

Ihr

   Ernst Halbe, Pfarrer